Eurobike 2009 – Faszination Fahrrad in Friedrichshafen
[inspic=347,left,fullscreen,thumb]Vom 2. bis 5. September zeigt die Eurobike in Friedrichshafen die Trends der internationalen Bikebranche. Erstmals findet die Messe von Mittwoch bis Samstag statt, am Samstag ist die Messe für das breite Publikum geöffnet.
Seitdem vor fast 30 Jahren die ersten seriengefertigten Mountainbikes über die Hügel Kaliforniens rollten, hat sich nicht nur deren Technik weiterentwickelt, auch der Sport als solcher wurde immer bunter und vielfältiger. Mountainbiken umfasst als Oberbegriff heute schnelle Cross-Country-Rennen und mehrtägige Alpenüberquerungen genauso wie akrobatische Dirt-Jumps und spektakuläre Freerides vor oft grandioser Naturkulisse. Als Gegentrend zur immer größeren Spezialisierung im Mountainbike-Markt steht im Modelljahr 2010 bei vielen Anbietern eine noch junge Kategorie im Mittelpunkt, die mal als All Mountain Sport bezeichnet wird, häufiger jedoch schlicht als 140er Bikes – benannt nach ihrem typischen Federweg von 140 Millimetern am Vorder- und Hinterrad.
Ziel der Bike-Hersteller in diesem Segment ist, einen Alleskönner auf die Räder zu stellen, der weder vor langen Uphills noch vor kniffligen Downhill-Passagen zurückschreckt. Mit einem typischen Gesamtgewicht zwischen 10,5 und 11,5 Kilogramm sind diese Bikes bergauf flott unterwegs und auch bergab überzeugen sie mit robusten Bauteilen, größer dimensionierten Bremsen und einem Fahrwerk, dessen Federweg zwei bis vier Zentimeter über dem bisher üblichen Maß für “Allrounder” liegt. Apropos Fahrwerk: Das lässt sich nicht nur immer feiner auf den jeweiligen Fahrer einstellen, sondern rollt auch zunehmend intelligent über Stock und Stein. Es unterscheidet zwischen Einflüssen, die vom Untergrund kommen und jenen, die von Bewegungen des Fahrers stammen. Je nach Situation unterscheidet das Fahrwerk, ob es einfedern soll oder nicht. Interessante Eurobike-Neuheiten in diesem Segment sind beispielsweise das “One 40″ von Cannondale, das Zesty 910 von Lapierre, das “Dozer” von Simplon und das “Stumpjumper” von Specialized.
Wer sich auf die Suche nach Innovationen im sportlichen Segment macht, sollte auch einen Stopp beim amerikanischen Komponentenhersteller Sram einplanen, der für 2010 ein bisher typisches Charaktermerkmal von Mountainbikes in Frage stellt. Dessen neue Komponentengruppe “XX” setzt nämlich nicht auf das bisher übliche Schaltkonzept mit drei Kettenblättern vorne und neun Ritzeln hinten, sondern rollt mit einer rennradähnlichen 2×10-Schaltung. Das Argument der Amerikaner: Bei schnellen Cross-Country-Rennen wird das kleinste Kettenblatt – unter Bikern auch Rettungsring genannt – kaum genutzt. Dafür zählt hier ein möglichst niedriges Gewicht umso mehr: Mit durchgängig auf Leichtgewicht getrimmten Komponenten soll die neue “XX”-Gruppe nicht mehr wiegen als eine leichte Rennrad-Gruppe. Als Resultat wird man auf der Eurobike einige Mountainbikes, wie beispielsweise das neue “Flash” von Cannondale sehen, die trotz Ausstattung mit Federgabel und Scheibenbremsen nicht mehr als acht Kilogramm auf die Waage bringen.
Möglich werden solche Gewichtsrekorde jedoch vor allem durch die Verwendung von Kohlefasern als Rahmenbaumaterial. Eine Vorreiterrolle hat hier die Rennradszene gespielt, die diesem innovativen Werkstoff schon seit einigen Jahren das Vertrauen schenkt. Rennräder mit mehr als 7,5 Kilo Gewicht gelten in der Szene inzwischen schon fast als schwer, ein Gesamtgewicht von nur knapp über sechs Kilogramm ist hingegen keine Seltenheit mehr. Den Gewichtsrekord für ein seriengefertigtes Rennrad hält gegenwärtig der deutsche Anbieter Storck, dessen “Fascenario 0.7 IS” mit weitgehend handelsüblichen Bauteilen nur 5,55 Kilogramm auf die Waage bringt. Die Fachwelt ist nun gespannt, ob dieser Rekord auf der Eurobike von einem Mitbewerber geknackt werden kann.
Weitere Informationen gibt es unter www.eurobike-show.de









